Für unsere zweite Übernachtung hier in Las Vegas hatte ich im Vorfeld Kontakt zu einem Servas-Gastgeber (servas.org/sevas.de) aufgenommen. Es gibt im Raum Vegas nur einen Gastgeber, was mich etwas überrascht hat. Der Kontakt war positiv und T. lud uns ein, in seinem Heim zu übernachten. Summerlin ist ein Außenbezirk Las Vegas’. Genauso, wie wir es so häufig gesehen haben. Die Viertel als sogenannte Communities gestaltet. Einfamilienhäuser, alles sehr sauber, häufig mit Golfplatz ausgestattet, manchmal als Gated Community, dass man an einem Wachmann vorbei muss und einem nur unter bestimmten Voraussetzungen die Zufahrt gestattet wird. In diese Community konnten wir aber einfach hinein fahren und wir fanden das Haus unseres Gastgebers.
Die Gegend hier sei sehr Trump-hörig (sorry, ich bin schon wieder bei der Politik) und unser Gastgeber passt hier so gar nicht hinein, wenn z.B. eine Nachbarin wegen eines Obama-Aufklebers an seinem Auto schon ausflippte. Es kommt aber eher selten zu Gesprächen unter Nachbarn und das hat mich sehr erstaunt. Jeder ist für sich, macht sein Ding, abends totale Stille, man könnte denken, dass hier niemand weiter wohnt. Nur hin und wieder ist Licht in Fenstern zu sehen. Keine BBQs am Abend, niemand schraubt am Tage an seinem Auto und hat vielleicht Musik dabei an. Es war eine komische Stimmung von Einsamkeit. Morgens wird die absolute Stille von dem Geräusch der Rasensprenger, welche automatisiert starten unterbrochen. Kinder fehlen komplett. Die Nachbarn sind eher älter, aber auch hier könnten Kinder die Großeltern besuchen. Es war merkwürdig, hier zu sein. Unser Gastgeber lebt aus Gründen hier, ist aber nicht verwurzelt und wird vielleicht den Ort wechseln, was ich voll verstehe.

Abends, am Horizont ist Las Vegas zu sehen

Morgens, nun in die andere Richtung fotografiert

Blick von der Terrasse, so ruhig wie es aussieht, so war es auch, die einzigen Lebewesen, die ich sah, waren zwei Coyoten
T. fragte uns, ob wie ihn auf einer Wanderung zum Red Rock Canyon begleiten möchten, gut zwei Stunden sollte sie dauern. Das klang gut, ich diskutierte kurz mit mir selbst, inwieweit mein Körper diesem gewachsen sein und entschied, dass ich ja im Notfall umdrehen könnte. Lange Kleidung, vernünftige Schuhe und ausreichend Wasser, das alles klang weiterhin nach entspannter Wanderung.
Ein zwanzigminütige Fahrt brachte uns zum Red Rock Canyon National Conservation Area. Coole Gegend, ich poste hier einfach einige Fotos, um einen Eindruck zu vermitteln. Die Wanderung entpuppte sich nicht als ein, wir wandern um den Berg herum, nein wir nahmen den Weg über den den Berg! Ein sehr intensives Workout…

Wir starteten vom hellblauen Punkt. Da gab es keinen offiziellen Weg. Wir kletterten zwischen den Felsen irgendwelche Trampelpfade entlang. Das war für mich ungeübte Flachländerin eine Herausforderung. Unser Gastgeber wandert hier des Öfteren.
Ich war darauf nicht vorbereitet und definierte Wanderung etwas anders. Genau das ist das Gute, denn hätte ich gewusst, was mich erwartet, dann hätte ich es für mich vielleicht abgewählt.
Und dann? Ausblicke, wie auf den folgenden Fotos wären mir entgangen…

Das sieht noch ganz harmlos aus…


Und dann bieten sich einem diese Ausblicke, ganz weit hinten am Horizon ist Las Vegas zu erahnen




Der Anspruch an die Leistungsfähigkeit meines Körpers steigt, ist aber alles “moderate” sagt T.





Es wurde auch wieder flacher… die Farben änderten sich


Die Wanderung dauerte 3,5 Stunden! Ich bin so froh, dabei gewesen zu sein, als normaler Tourist wäre mir der Red Rock Canyon verborgen geblieben. Und hätte ich ihn doch, durch einen Zufall entdeckt, dann wären wir nie hier durchgekraxelt, denn unser Gastgeber wusste genau, wo es lang ging.
Am frühen Nachmittag waren wir zurück im Heim unseres Gastgebers. Wir hatten nur eine Nacht geplant und so mussten wir weiter, es sind ungefähr 200 Meilen bis Barstow, unser Zwischenstopp.
Unterwegs sahen wir von der Interstate aus das Ivanpah Solar Plant. Diese Anlage ist dermaßen beeindruckend. Hier bei Wikipedia gibt es weitere Informationen zu diesem Sonnenwäremekraftwerk. Wir haben sie 2019 zum ersten Mal gesehen und es flasht einen immer wieder. Hier die Links zu den Berichten: Indio, CA -> Las Vegas, NV (07. Mai 2019) und Oktober 2019 [dieser Bericht ist wegen Überarbeitung noch off-line]. Leider wird diese Anlage wohl geschlossen, wie C. gerade durch einen Bericht Bericht herausgearbeitet hat,

In der Ferne

Das ist schon beeindruckend.

Ein zusätzliches Foto, welches ich unbedingt posten möchte, danke für diesen Hinweis, ich hoffe nur, dass Strafen in dieser Höhe auch etwas bewirken.
Wir erreichten Barstow und fanden unsere Unterkunft. Ich habe ein preiswertes und gutes Days-Inn gewählt. C. hat sich gefreut, denn genau hier kommen wir nicht zu ersten Mal unter. Back to the roots? Damals haben die Kids den Pool geliebt und heute erscheint er meinem Sohn soooo klein:)
Morgen geht es weiter nach San Diego.