Yuma hat, wie ich gerade recherchiert habe über 90.000 Einwohner, wobei es im Winter wohl noch mehr sind. Die sog. Silverbirds oder auch Retirees zieht es wohl nicht nur nach Florida, auch Yuma scheint ein Ziel zu sein. Davon haben wir aber nur gelesen. Nun sind wir heute ein bisschen durch die Stadt gefahren. Zu Fuß wäre das ein Unding gewesen, allein der Entfernungen wegen, wie ich gestern schon kurz erwähnte, ist Yuma unglaublich langgezogen, es dauert und dauert, ehe man manchmal sein Ziel (wohlgemerkt mit dem Auto) erreicht hat. Rein hitzetechnisch hätten wir Mitteleuropäer bestimmt nach kurzer Zeit über die Schnappidee nachgedacht, nicht das Auto genommen zu haben. Kurz und gut, wir sind in Hinsicht Fortbewegung voll assimiliert, vom Fahrstil her fallen wir eher etwas auf, zumindest, wenn M. am Steuer sitz, weil zügiges Reagieren und schnell mal in eine Lücke springen scheint in den USA fast ein Kavaliersdelikt zu sein.
Da wir dieser Reise das Thema “Entspannt im Südwesten der USA unterwegs” gegeben haben, und nicht, “Wie sehe und besuche ich möglichst viele Sehenswürdigkeiten in möglichst kurzer Zeit”, begann der Tag nach dem Frühstück, einfach nur mit Sonne und Wärme tanken am Pool Area des Howard Johnson (HoJo) by Wyndham, Yuma.

Nettes Motel (HoJo by Wyndham), Das ultimative Zimmer ist 227, siehe Ausblick.
Dazu kommt Vogelgezwitscher, dass einem die Ohren wund werden (wir schliefen bei geöffneten Fenster) und konnten den Krawall nur genießen:) Und man konnte die Fenster öffnen. Manchmal sind die Dinger so verzogen oder verkeilt, dass es einer Festverglasung gleichkommt. Gelüftet wird dann nur über die A/C.
Dieser überdimensionale, unser Zimmer war nicht Ground Floor(!) stand da einfach rum und verschönte unseren Ausblick.


Richtig echtes Grün, das ist selten, wenn man in einem Motel übernachtet. Es gab neben dem Pool Area auch noch weitere Sitzmöglichkeiten im Freien, zwar als Smoking Area ausgewiesen, aber ich habe da nie jemanden Rauchen sehen. Empfehlung, wer in Yuma ein Motel sucht, das HoJo ist ziemlich nett.
Gegen Mittag haben uns “Avengers Endgame” im Kino angeschaut. Hierzu folgendes, wir fühlen uns ob der deutschen Kinopreise echt ein bisschen verschaukelt. Heute haben wir für einen Dreistunden-Film pro Karte 7 Dollar bezahlt. Dazu Kinosessel, wie ich sie noch nie erlebt habe. Irgendwie Business-Class-Gefühl, wie man sie aus Flugzeugen kennt, wenn man beim Einstieg durch diese Klasse laufen muss. Wir haben wirklich Sessel gehabt, die mittels Knopfdruck die Lehne in eine fast Liege(!)-position brachten, dazu konnte man das Fußteil entsprechend ausrichten…unglaublich, fast wie ein Pflegebett, ich habe noch nie zuvor im Kino gelegen. Es war echt mega-mäßig bequem. Das war jetzt nur ein kurzer Exkurs. Yuma Downtown stand als nächstes auf dem Plan.
Der Winter ist vorbei, vielleicht ist deswegen so wenig los. Die Silverbirds sind wieder im Norden, meine Vermutung. Klar ist es wettermäßig nicht so, dass sich Menschen viel im Freien bewegen, aber auch die Autos fehlen und der Amerikaner hat doch immer sein Auto in der Nähe! Aber es fiel auch auf, dass es ziemlich viel Leerstand gibt und Wohnhäuser vor sich hinrotten, diese findet man man aber nur in den kleinen Nebenstraßen.



Nicht wirklich viel los…
Folgendes Bild war mir ein Bedürfnis machen zu müssen und auch zu posten.

Da unten am Baum, in dem Pflanzring, stehen Lantana (Wandelröschen). Das ist dieser Kram, der in unseren Breiten im Winter den Keller blockiert, dort Sauerei macht, weil sie Blätter trotz (sparsamer) Gießerei abfallen. Oder viel besser, im Winter plötzlich mit voller Blütenpracht die Kellerräume schmückt, dafür die warme Jahreszeit aber draußen so mickrig ausseht und um sofortige Beisetzung auf dem Kompost regelrecht bettelt. Alles meine Erfahrungen. Nun gebe ich zu, dass ich statt eines grünen Daumens mindestens zwei schwarze Daumen habe und alles, was mit Chlorophyll zu tun hat in meiner Umgebung wenig Chancen auf Überleben hat, aber trotzdem finde ich es nicht gut, dass mir auf Reisen (in wärmere Gelde) die Lantana regelrecht auflauert und mit den Mittelfinger (one finger salute) zeigt. Das Zeug wächst hier wie Unkraut, an den unmöglichsten Stellen, ich bin mir sicher, dass niemand mit den Pflanzen redet (wurde mir auch schon gesagt, dass das wichtig wäre *facepalm*).
Aber jetzt noch ein paar Eindrücke:

Die Feuerwache von Yuma


Nicht der Donut-Shop sollte das Motiv sein, es geht um den blühenden Saguaro!

Von sowas bin ich ja Fan.


Morgen verlassen wir Yuma und es wird weiter Richtung Westen gehen.
Ein letzter Blick ins Navi. Entfernung zum Arches National Park:
