Heute früh, es war wirklich relativ früh, nämlich gegen 8°° warfen wir unseren Kram ins Mietauto und verließen das Super8 Motel mit angeschlossener Wedding Chapel. Elvis habe ich nicht zu Gesicht bekommen. Es war vielleicht auch nicht der Echte…auch wieder nur Fake News;), denn nachdem wir eine knappe Meile auf dem Las Vegas Blvd. fuhren sahen wir die “Graceland Wedding Chapel” und, wenn sich Elvis irgendwo versteckt oder auch offiziell aufhält, dann wohl eher hier.

Überall Elvis!
Wir ließen Las Vegas in Richtung Osten hinter uns. Vielleicht ist das auch besser für unsere geistige Gesundheit, ehe wir uns in dieses Elvis-Thema noch komplett hineinsteigern…
Ein letzter wehmütiger Blick meinerseits auf das Navi, zeigte mir die Entfernung zum Arches National Park. Nun wird sich die Distanz weiter vergrößern.!

Unser erstes Ziel heute heißt “Alan C. Bible Visitor Center”. Wir wollen keine Bibel-Stunde besuchen, obwohl das in den USA sicher sehr niederschwellig realisierbar wäre. Stattdessen planen wir den Historic Railroad Trail zu erkunden. Und dieser startet genau hier, an diesem Visitor Center. Dieser Trail ist ein 5 Meilen langer gut ausgebauter Wanderweg, oberhalb des Lake Mead. Er führt direkt am See entlang. Das Besondere sind nicht nur die grandiosen Ausblicke, sondern die Tatsache, dass man hier durch fünf ehemalige Eisenbahntunnel hindurch laufen kann, die eigens für den Bau des Hover Dam angelegt wurden. Leider ist der 3. Tunnel zur Zeit gesperrt, so dass man nach gut 2 km umkehren muss. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass man für diesen Teil des National Recreation Area keinen Park Pass benötigt, erst wenn man direkt zum See möchte, muss ein entsprechendes Gate passiert werden.

“Würst”! Sahen wir in der Nähe, in Henderson. Das mit den Umlauten in der deutschen Sprache beschäftigt die Amis schon etwas. Zumindest kann ich mich an einige nette versuchte Erklärungen erinnern, wenn ich nach diesen Punkten über den Buchstaben gefragt wurde. Aber Würst ist nun etwas sehr gewagt!


Marina Lake Mead


Wir sind bis kurz vor den Tunnel 3 die Strecke entlang gewandert. Das war jetzt nur eine kurze Stippvisite, wir haben ein paar Eindrücke gesammelt und möchten gerne, wenn wir mit den Kindern im Oktober hier sind erneut zum Lake Mead, dann mit mehr Zeit. Heute wollen wir nich einige Meilen zurücklegen, um nämlich unsere nächste Nacht in Yuma, AZ zu verbringen. Der Weg dorthin führt über die US95 South, ein Highway mitten durch die Landschaft, der sich auch wirklich gut und zügig fährt. In Nevada gibt es einen Abschnitt der US95, der mit diesen grünen Dedicated-to-Schildern versehen ist. Diese Schilder sieht man hin und wieder und sehr häug geht es um Kriege, Veteranen, kurz Eroberung, Krieg und menschliches Leid, manchmal geht es auch um Regionalpolitiker oder andere Personen der Öffentlichkeit. Ich habe einfach keine keine Toleranz für diese heroische Einstellung, der patriotischen Lebensweise und dem Fahnen-Gehisse. Es ist nicht weniger geworden im Trump-Land, teilweise denke ich, das es mehr ist. Gestern nun waren wir auf der US95 unterwegs und im vielleicht 2-Meilen-Abstand erschienen diese Schilder. Ich las vom Korea-Krieg, vom Golf-Krieg, sogar den Veteranen des Kalten Krieges war ein Schild gewidmet. Hier hätte ich gerne ein paar Namen gewußt, aber das sollte nich sein. Es ist eben ein Veterans Memorial Highway, aber diese Dichte an Würdigungen, diese permanente zur Schaustellung und dieser Stolz auf Kriegshandlungen, ist dass das, worauf man stolz sein sollte? Ich glaub, ich muss das Thema wechseln…
Wir hatten ausreichend Zeit für unseren Trip und es fuhr sich wirklich entspannt. Die Landschaft ist wunderschön, zum angucken, machen kann man nichts mit diesen trockenen Gegenden. Das Maximale, was sich aus dem Boden quält, ist ein Joshua Tree, sonst ist nur dieses trockene gelblich-braun, bestimmt total harte Gras zu sehen, das will nicht mal ‘ne Kuh fressen. Trotzdem fährt man durch eine von kleinen Bergen, größeren Hügeln und solchen Erhebungen gesäumte Gegend -> toll! Über die Bevölkerungsdichte braucht man auch nicht zu reden und dass, des Öfteren kein mobiles Internet verfügbar war, ist nur zu verständlich. Aber dann, gab es plötzlich mobiles Internet…! Wir sind im absoluten no-where, und dann plötzlich das:

4G, voller Ausschlag! Oh, wenn ich da an die Berliner Friedrichstraße denke (ich meine die im Zentrum der Hauptstadt). Da konnte ich bis vor Kurzem noch die folgenden immer bedrohlich wirkenden vier Buchstaben im iPhone-Display sehen “EDGE”… (oder wie letztens, GPRS (ich wusste gar nicht, dass es das noch gibt) .


Nichts, ein Hinweisschild, Asphaltstraße un trotzdem irgendwie schön…
Auf ungefähr halbem Wege, in Earp, CA vereint sich die US95 mit der SR62, für nur einige Meilen. Aber hier war es bewohnt, so dass auch mal ein Foto mit einem anderem Motiv entstehen konnten.


Wir erreichten Yuma, AZ nach ein paar Stunden, die nicht langweilig wurden.. Die Stadt kündigte sich ca. 20 Meilen vorher damit an, dass es plötzlich Landwirtschaft gab. Sattes Grün auf den Feldern, eine wahre Augenweide nach der Wüste und etwas surreal. Yuma gilt als die Stadt mit den meisten Sonntagen pro Jahr. Hier die Verlinkung. zum Wikipedia-Eintrag.
Auch interessant finde ich den Fakt, dass Słubice und deren Schwester-Statdt Frankfurt (Oder) Partnerstädte Dumas sind.
Yuma ist eine unwahrscheinlich lang gesteckte Stadt, zumindest denkt man, dass man einfach nicht ankommt (ist vielleicht nur der erste Eindruck). Wir fanden unser Motel, schmissen den Krempel ins Zimmer und machten uns kurze Zeit später noch einmal los.
Wir zumzum Gateway-Park gefahren. Das ist eine TripAdvisor-Empfehlung. Hier angekommen, wurde uns sofort wieder bewusst, dass ein Park in Deutschland was anderes ist, zumindest anders geplant wird. Der Park mit Badestelle im Colorado-River ist schon ganz nett, liegt aber direkt an, bzw. unter der Ocean-to-Ocean-Bridge und wenn hier ein Zug (und die sind schnell mal eine Meile lang) rüberappelt, dann ist es vorbei mit Erholung. Außerdem befindet sich direkt neben dieser historischen Brücke eine Autobrücke, die obwohl nur einspurig doch Lärm macht. Dazu haben wir eine kleine Kläranlage(!) in unmittelbarer Nähe gesehen, alles nicht unbedingt anheimelnd. Man kann hier sitzen, aber der ruheverwöhnte Europäer, wird es nicht lange aushalten, wir verließen diesen Ort auch bald wieder.


Ocean-to-Ocean Bridge
Yuma an sich macht einen netten Eindruck. Hier ist wirklich nicht viel los, genau das Richtige für uns. Wir haben ein nettes Motel, das Wetter ist der Hammer und wir lassen uns ein bisschen treiben. Den Besuch des Historic Yuma Prisons (weiß grad den genauen Namen nicht) haben wir abgewählt. Von außen sahen wir die Dimension, es ist sehr klein. O.k. es kommt nicht auf die Quantität, sonder Qualität an, aber das Bauchgefühl sagte uns, dass wir bestimmt enttäuscht werden. Stattdessen genießen heute das Wetter, gehen ins Kino, vielleicht zum Sonnenuntergang zu den Imperial Dunes, mal schauen.

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