Ganz früh bin ich durch die Stadt gelaufen

Da ich hier nur einen sehr kurzen Aufenthalt eingeplant habe, und heute auch schon wieder mein Abreisetag ist, bin ich um 5:30 Uhr vom Hotel Richtung Botanischen Garten aufgebrochen. Das Hotel liegt direkt am Hauptverkehrsknotenpunkt im Zentrum “Sentral”. 

Der Bus, den ich mir rausgesucht hatte, der aber eher grobe Idee, eine Option war, fuhr mir auch prompt vor der Nase weg. Das muss Zufall gewesen sein, dass der Bus eigentlich noch 10 Sekunden früher abfuhr, als laut Google geplant ist.

Egal, es ist warm und zu Fuß sieht man mehr, als aus dem Bus. Davor bin ich die kleine Gasse vom Hotel zur Sentra Station gelaufen. Ich bin gehemmt Menschen zu fotografieren, das mache ich nicht gerne, deshalb habe ich von dem Treiben, welches hier früh um halb sechs stattfand keine Bilder.

Es brutzelte schon wieder überall, Menschen saßen und aßen und das halb in der Nacht. Alleine sich morgens Essen aus der Pfanne oder so vorzustellen macht mir ein unwohles Gefühl. Ich denke, dass das mit Ramadan zusammenhängt, dass so sehr früh die Garküchen loslegen…oder kann das immer so sein?

Essenstechnisch ist es auch hier nicht einfach etwas Vegetarisches zu bekommen. Mit Bananen bin ich auf der sicheren Seite, wenn was warmes sein soll, dann muss ich schon eine Weile suchen.

Die Welt würde nicht untergehen, wenn ich nun nicht vegetarisch essen würde, aber mit den Jahren ist es mir so zuwider geworden, daran zu denken, dass für mein leibliches Wohl Tier geschlachtet werden…ich möchte es einfach nicht (und vermisse nichts dergleichen).

Es sind vielleicht 3,5 Kilometer bis zum Botanischen Garten. ich habe die bequemen Schuhe an und beginne meinen Walk. Niemand ist zu Fuß unterwegs. Ich lauf an einer großen Straße entlang, das Verkehrskonzept ist wie so häufig nur auf das Auto ausgelegt. Immerhin finde ich irgendeinen schmalen Streifen auf dem ich laufen kann, ohne auf der Fahrbahn gehen zu müssen.

Dann ist die Straße gesperrt, sie wird gerade neu geteert, auf meinem Rückweg wenige Stunden später ist diese Straße dann schon wieder voll befahrbar.

Ich komme am verlassenen aussehenden Bahnhof Kuala Lumpur vorbei. Hier ist auch kaum noch etwas los. Die Architektur dagegen ist ein echter Hingucker!

Kuala Lumpur Station
Leere Bahnhofshalle

Auf meinem Rückweg habe ich weitere Fotos gemacht:

Das ist noch Betrieb, diese Ticketscanner sind an und rechts steht ein Stuhl mit Tisch, auf welchem ein Klemmbrett mit Bleistift lag (werden hier Fahrgäste gezählt?).

Nochmal im Hellen fotografiert.

Wenige Meter weiter kam ich an diesem Gebäude vorbei, was es genau beherbergt, muss ich noch in Erfahrung bringen.

In der Dunkelheit
Am Tage

Doch zurück zur morgendlichen Zeit, als ich gen Botanical Gardens unterwegs war. In der Nähe der Gärten liegt die National Mosque of Malaysia. Kurz nach 6:00 Uhr begannen die Muezzin von den Minaretten zum Gebet zu rufen. Ich lief gerade an o.g. Moschee vorbei. Gläubige kamen zu Fuß oder mit dem Auto. Es war eine sehr friedvolle Stimmung. Ich wurde angelächelt, als sie durch das Tor verschwanden. Ich grüßte natürlich zurück. Ich erinnere mich im Zusammenhang mit Moscheen und Gebeten oft an ein leichtes Unwohlseins. Ich gehöre hier nicht her, werde sowieso keines Blickes gewürdigt. Heute war das anders. Die Gläubigen, die hier ankamen strahlten Zufriedenheit und inneren Friede aus. Ich will trotzdem die Tatsache der Trennung von Männer und Frauen bei der Ausübung religiöser Pflichten nicht verstehen (gilt nicht nur für den Islam)… aber ich komme vom eigentlichen Thema weg. Die National Mosque of Malaysia, steht als Bauwerk mit sehr interessantem Baustil in der Nähe des Botanischen Gartens. Ich habe sie nur von außen sehen können, dafür setzte ich aber meinen Weg mit einem guten Gefühl fort.

Minarett und links das Dach der Moschee

Mein Weg führte mich weiter und ich erreichte etwas später den Botanischen Garten.

Kurz vor dem Eingang zum Botanischen Garten steht dieses verlassene Haus. Abandoned Place?

Im Botanischem Garten waren kleine Gruppen von walkenden Menschen unterwegs. Jogger habe ich keine gesehen, das ist vielleicht dem Wetter geschuldet oder haben diese andere Areale, die sie nutzen? Ich lief weiter und versuchte mich an den Schildern zu orientieren. Orchideen-Garten klang gut, um dort den Sonnenaufgang zu genießen. Zuvor fand ich den Hinweis zur Weißen Brücke und erreichte dies auch bald. Leider alles asphaltiert, nichts wirklich um sich entspannt hinzusetzen und auch keine Ausschilderung für andere Areale der Gärten, die man von hier aus gut erreichen könne. Google Maps und andere Anwendungen waren nicht wirklich hilfreich. Mir wurden Wege angezeigt, das ich den gesamten Botanischen Garten umrunden soll, um hier oder dort anzukommen. Ich lief einfach einen anderen Weg, und fand das Hinweisschild welches sich suchte. Orchideen-Garten! Diesem folgte ich um mich dann nach vielleicht 15 Minuten außerhalb des Gartens, aber an einem anderen Zugang wieder zu finden. Hm, das ging daneben. Auch der Weg durch den Botanischen Garten war nicht das, was ich erhofft hatte

Hm, dieser Weg führte mich durch den Park (ich bin den Hinweisschildern gefolgt)…

Letztendlich bin ich nicht umgekehrt, sondern habe mich lieber Richtung Planetarium begeben. Hier konnte ich sitzen, den Sonnenaufgang (klar, war das nicht so, als wenn ich am Meer gesessen hätte) erleben. Der Pförtner, der den Zugang bewachte, erstaunte mit überdurchschnittlichem Wissen bezüglich deutscher Fußballspieler, ich konnte nicht mithalten, aber er hat sich gefreut:)

Sieht doch nett aus.

Noch ein Ausblick, ganz in der Nähe.

Die Kuppel, die auf dem folgenden Foto zu sehen ist, gehört zum Museum of Islamic Arts Malaysia. Leider hätte ich über zwei Stunden waten müssen, bis es öffnet und dann wäre es nur ein Durchrennen meinerseits gewesen. Auf das Gelände kommt man auch nur mit Ticket, deswegen das Foto von außerhalb. Das Museum soll wirklich sehr gut sein… wer weiß, vielleicht verschlägt es mich nochmal hierher.

Islamic Arts Museum Malaysia

Der Weg zurück Richtig Sentral gestaltete sich genau so unkompliziert, wie der Hinweg. Ich hatte Zeit mir noch leckeres Gebäck zu gönnen, noch etwas herum zu schauen und dann ging es wieder Richtung Flughafen.


Etwas möchte ich noch posten, überall sehe ich diese Absperrteile, wo angeblich nun keine Mopeds mehr durchkommen, um auf dem Bürgersteig zu fahren. Ich sehe aber auch, welche Kunstfertigkeit entwickelt wurde, um sich trotzdem ohne großartig die Geschwindigkeit zu verringern hindurch zu winden. Chapeau!

Nur Rollifahrer und Kinderwagen, das ist zumindest die Theorie.
Hat durchgepasst…
Diese Abstellfläche kann nur erreicht werden, indem die Mopedfahrer diese Sperren überwinden:)

Weiterreise

Heute wurde zum ersten Mal bei einer Fluglinie mein Handgepäck gewogen! Spannend, die Grenze liegt bei 7 Kilogramm, für das Standard Carry-On Gepäckstück und das kleinere zusammen. Ich habe bis dato nicht gewogen, da ich mich sicher fühlte, ist ja noch nie passiert, dass das an einem Airport gecheckt wurde. Gestern bin ich mit der JetAir von Singapore nach Kuala Lumpur geflogen. Gleiche Regeln, zwei Gepäckstücke, max. 7 Kilo beide zusammen, niemanden hat’s interessiert.

Ich habe mehr als das zugelassene Gewicht, was soll’s aber nun bin ich zumindest darüber informiert. Ich war nicht die Einzige, mit Übergewicht. Zwei Lanes, mit jeweils einer Waage, das vor der Security platziert und die beiden Damen hatten wirklich zu tun. Wiegen, erklären, freundlcih bleiben. Es war kurz davor unübersichtlich zu werden, wer zuviel hatte, musste seitlich wieder ausscheren, aber da war alles mit diesen Meanderbändern abgeflattert. Der geübte Passagier zückt das Smartphone und bucht via AirAsia-App einfach nach. Ich stehe da und suche eine Möglichkeit, mich aus diesem Absperrband-Wirrwarr irgendwie zu befreien. Die App habe ich zwar installiert, konnte aber meinen Account nicht verifizieren, da meine Touristen-SIM-Rufnummer wohl nicht zugelassen ist. Zumindest war das die Meldung “Rufnummer nicht zugelassen.” Zu meiner Freude kam ich irgendwann frei und suchte den Schalter in der W-Zone, wie mir aufgetragen wurde. Die Dame dort wies diese Aufgabe vehement von sich, ich solle es bei “Y” versuchen. Wahrscheinlich bin ich seit Monaten die erste Person, die die App nicht nutzen konnte. “Y”+ Angestellte der AirAsia stellte mir nach dem Wiegen und einer Zahlung meinerseits eine neue Bordkarte aus. Alles gut, ich bin ein paar weitere Ringgits los. Revolut hat einfach überwiesen, das Reisekonto ist etwas geschröpft, aber alles verschmerzbar. Zusätzlich bin ich jetzt wieder im Besitz einer echten analogen Bord-Karte aus Papier.

Das nächste Erlebnis war die Security. Zwei Durchleucht-Teile, die plötzlich im Gang standen, kein extra Bereich oder so. Das coole, es gab pro Maschine 8(!) Trays (also diese Bottiche), dazu eine lange Schlange. Immer wenn ein Tray frei wurde kam er in das Zurückbeförderungs-Geräte (ich habe nie am Airport gearbeitet, die Dinger haben bestimmt sinnvollere Namen, die ich aber nicht kenne). Das Zurückbeförderungs-Teil endet direkt da, wo das Band in dem Röntgen-Apparat verschwindet. Die Passagiere, die so ein Ding brauchen, müssen aus der Reihe treten nach vorne laufen und sich bedienen. Leider schließt sich die Menschenschlage, sowie jemand diese verlässt. Es war kurz vor einem Tumult. Ich war dranne und habe mir die beiden Trays gegriffen, die gerade eintrudelten. Böse Blicke. ZWEI! Trotzdem musste ich übereinander schichten, das, was in Deutschland und Europa ein absolutes No-go ist. Keine Anmerkung, nichts. Hier haben die Angestellten besondere Skills. Sie können wirklich Berge von Elektronik, Gepäck drauf und eventuell als Abschluss des Bauwerks eine Jacke drauf drappiert mit einem Scan identifizieren. Alles muss durchgehen, da es hinten diese Weiche durch welche verdächtige Gepäckstücke auf ein separates Band geleitet werden gar nicht gibt. Nur eins habe ich am Nachbarband mitbekommen. Laut und befehlend wurde von einem Uniformierten etwas auf Malaiisch gebrüllt und gleichzeitig eine halbvolle Wasserflasche in die Höhe gehalten. Ich dachte gleich an die Todesstrafe, so wie der Ton war. Irgendwie einigte man sich, ich habe es nicht mitbekommen, war mit meinen beiden Trays beschäftigt. Ein Erschießungskommando wäre mir aber aufgefallen.

Security

Und was es hier gibt eine riesige Einwickel-Maschine:

Ich habe sie nicht in Aktion gesehen, Koffer hinter rein, vorne in Frischhalte-Folie wieder raus? Man kennt die Teile auf manchen Flughäfen und wie zwei Menschen damit beschäftigt sind die große Folien-Rolle zu bändigen. Tja, das geht mir so durch den Kopf, wenn ich solche Dinge sehe und Zeit habe, und die hatte ich noch.

Nächster Stopp Phnom Penh, Kambodscha.