Ein Trip unter dem Motto: “Back to the roots”. Das soll heißen, wir sind ohne Kinder unterwegs. Wer diesem Blog folgt, weiß, dass wir das schon ein paar durchgezogen haben, aber aber das USA-Ding, so wie früher, das fand viele Jahre nicht statt.
Es wird nicht so werden, wie damals in den 90ern des vergangenen Jahrtausends(!). Wir haben nicht vor, auf Rest Areas oder dem WalMart-Parkplatz im Auto zu pennen, ich denke, hier können wir von unseren Erinnerungen zehren. Denn, wenn einem morgens alle möglichen Knochen geschmerzt haben und man nicht wirklich erholt in den neuen Tag startete, dann haben wir das damals bestimmt noch lockerer weggesteckt. Frau kommt halt auch in das Alter, dass das der Körper nicht mehr so einfach toleriert.
Zurück in die Gegenwart: geplant werden wir nachmittags (Ortszeit) in L.A. ankommen und dort wartet ein Mietwagen auf uns. Das ist der einige geplante Part dieser Reise, o.k. nicht ganz korrekt, der Rückflug ist auch gebucht! Wir wissen, dass wir definitiv nicht in L.A. bleiben, ist einfach nicht unser Ding und wir wissen, dass wir uns gen Osten losmachen.
Mit diesem Plan bleibt als erster Übernachtungsort wahrscheinlich nur Barstow, CA. Ich bin mir sicher, dass jeder, der L.A. nicht die Küste entlang verlassen hat, diesen Ort kennt. In der Mojave-Wüste. Motels. Fast-Food-Läden. Mehr fällt mir gerade nicht ein. Aber Zwischenstopp für einen Großteil der Reisenden zwischen L.A. und Vegas.
Ganz grob, aber wirklich nur mal so ganz kurz angedacht, war, das wir dem Arches National Park in Utah einen Besuch abstatten könnten. Wie ich schon früher schrieb, haben wir , besonders ich, diesen seit mittlerweile Dekaden(!) auf dem Schirm, aber immer kam etwas dazwischen. Aber sollte man so eine Kette unterbrechen? Vielleicht bin ich ja megamäßig enttäuscht, vielleicht gibt es einen Grund, warum immer etwas dazwischenkommt? Keine Ahnung. Meine Tochter hat ganz klipp und klar gesagt, dass wir sowieso nicht zu den Arches kommen werden. Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen und werde. Trotzdem ploppte dies gedanklich kurz auf. Der Arches National Park bleibt bestimmt so ein running Gag in meinem Leben…immer geplant, nie realisiert (aber dafür gib es so viele andere Orte, die ich sehen und besuchen durfte, hier schwingt keine Bitterkeit mit, nur Dankbarkeit, was mir möglich war).
Mein Plan ist, zu jedem tollen Ort, den wir sehen werden etwas zu posten. Ich beginne mit dem ersten Stopp:
FraPort, mit der Bahn sind wir ganz entspannt nach Frankfurt/Main gefahren und am Airport angekommen. Gleich startet das Boarding… Die Lufthansa hat noch einige dieser Dickvögel, Boeing 747/400 im Einsatz und genau in einem solchen sollten wir nach L.A. gebracht werden.

Diese Flieger haben etwas mehr Beinfreiheit (in der Holzklasse) und liegen wirklich wie eine massive Eichenschrankwand in der Luft. Nicht ein einziges Mal ertönte das Anschnallzeichen (natürlich mit Ausnahme des Starts und der Landung), hin und wieder schüttelte es kurz am Vogel und das war es auch schon. Wir fliegen Lufthansa, trotz des äußerst günstigen Ticketpreises kamen wir in den Genuss eines Services, der fast einzigartig ist. Ich spreche nicht nur von der Freundlichkeit des Personals, nein auch die Verpflegung war richtig gut. Alles in allem kamen wir relativ entspannt an.
Die Immigration in LAX zog sich hin. Wir mäanderten uns über eine Stunde durch das Areal, welches den Homeland Security Countern, mit gefühlt kilometerlangen Absperrbändern dekoriert, vorgelagert ist. Auch das bewältigten wir, dann allerdings wagten wir es, im Baggage Claim Area direkt zur nächsten Schlange Richtung Ausgang zu gehen und nicht hinten rum über die Gepäckbänder an das Ende dieser Schlange (wir hatten nur Handgepäck, wir mussten nicht zu den Gepäckbändern). Was passierte? Keiner der Anstehenden machte uns an, nein, stattdessen wurden wir von einer Angestellten barsch angeschnauzt, deren einzige Aufgabe es schien, genau diese Verfehlungen zu ahnden. Oh man, hatte die Dame einen Ton drauf! Wir mussten die Reihe verlassen und uns ganz hinten bei den Passagieren, die teilweise noch ihre großen Gepäckstücke vom Band sammelten und sortierten erneut anstellen. Damit war sie zufrieden, das merkten wir (Körpersprache), als wir ihren Standort erneut erreichten, auf der linken Seite stand ein Kollege von ihr, der aber wohl nicht diese Kompetenz des lauten Zurechtwiesens entsprechend seiner Arbeitsplatzbeschreibung ausüben durfte. Ungeklärt blieb uns der Sinn warum die Passagiere an dieser Stelle des Airport genau so geleitet werden mussten, denn es gab keine Kontrolle, selbst unsere Immgration-Zettelchen wurden erst am nächsten Schalter eingesammelt. Trotzdem musste sich alle in einer Schlange formieren.
➡️ Foto Anflug
Nächster Stopp: Autovermietung. Diesmal haben wir bei Budget einen Wagen gemietet und hier erlebten wir eine ungeahnte Langsamkeit. Die Dame, sie war bestimmt jenseits der 65 arbeitet mit einer Geschwindigkeit, dass wir alleine vom Zuschauen fast in Tiefschlaf vielen. Vielleicht war der Einsatzort dieser Mitarbeiterin seitens Budget nicht optimal gewählt, vielleicht wäre das Backoffice eine bessere Wahl, als der direkte Kundenbetrieb. Das soll jetzt nicht hochnäsig klingen, wir sind sozial anders abgesichert in Deutschland (wobei sich unser Renteneintrittsalter ja auch geändert hat, mal schauen, was noch so kommt). Es geht auch nicht gegen eine Mitarbeiterin einer Auto.Vermietung. Ich beschreibe hier nur Beobachtungen und Wahrnehmungen. Was ich bewerte, ist in diesem der Arbeitgeber!
Wir verbrachten eine geschlagene Stunde mit ihr und ich war mehrmals versucht, über den Tresen zu greifen und ihr die Tastatur wegzunehmen um selber zu tippen, einfach nur, um die Prozedur zu einer adäquaten Geschwindigkeit zu bringen. Unser Auto war schon bestellt, alle unsere Daten waren im System vermerkt (das passiert schon bei Buchung von Deutschland aus). Ihre einzige Aufgabe war, den Case zu suchen und uns weitere Versicherungen, Navis und Toll-Bezahlmöglichkeiten aufzuschwatzen. Dies lehnten wir alles ab, also auch kein weiterer Arbeitsgang, trotzdem EINE Stunde, in der wir älter wurden! Dann schlurfte sie ganz langsam zum Telefon und kam ohne ein Wort zu sagen zurück. Sie nahm wieder Platz und begann in Zeitlupe mit den Cursertasten zu spielen. Nach einigen Minuten, sie spürte wohl unsere Blicke, schaute sie auf und sagte, dass wir warten müssen. Diese Aussage hatte genau so viel Inhalt, wie: wenn die Sonne scheint, ist es hell. Unsere Gegenfragen wurde ignoriert und am Nebenschalter war der dritte Case abgeschlossen und mit einem Auto versorgt. Um dies zu Ende zu bringen, ja wir erhielten ein Auto, waren leicht genervt und wollten nur noch raus hier und raus aus L.A.
Trotzdem: warum handeln Unternehmen so? Ich denke nicht, dass sich diese Mitarbeiterin in irgendeiner Weise wohl fühlt. Ich habe den Eindruck einer absoluten Fehlbesetzung, was dem Unternehmen und der Mitarbeiterin schadet. Und. es ist frustrierend, dass in einem Land der sog. Ersten Welt kein brauchbares soziales System existiert, welches Menschen einen Rente garantiert. Stattdessen müssen diese Menschen für Mindestlohn weiter arbeiten, nach einem Arbeitsleben von 40 Jahren oder 45 Jahren hat doch jedes Individuum einen geruhsamen Lebensabend verdient!